Status Quo der Handelsgastronomie

Insgesamt erwirtschaftete der Einzelhandel 2019 einen Jahresumsatz von rund 10 Milliarden Euro an über 35.000 Verkaufsstellen mit seinen Versorgungskonzepten in den Vorkassenzonen, mit To-go-Convenience und mit gastronomischen Angeboten auf der Fläche. Das entspricht einer Steigerung von rund 4 Prozent jährlich seit 2017.

Aufgrund der Covid-19-Pandemie schätzt das EHI die Umsatzeinbußen für das Jahr 2020 auf 25 bis 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zum Vergleich: Die Gastronomie in Deutschland setzte im Jahr 2020 real (preisbereinigt) 35 Prozent bzw. nominal (nicht preisbereinigt) 32 Prozent weniger um als im Jahr 2019 (Quelle: Statistisches Bundesamt, 19. Februar 2021)

Frequenz, Verweildauer, Atmosphäre oder die Abgrenzung zu Wettbewerbern: Viele Gründe sprechen für ein gastronomisches Investment im Handel. Die Frage nach der Profitabilität der Gastronomie im Handel ist nicht neu, die Auswirkungen der Corona-Pandemie rücken den wirtschaftlichen Erfolg und die Fragen nach der zukünftigen Gestaltung der Handelsgastronomie verstärkt in den Fokus.

Grafik Umsatz Handelsgastronomie 2020

Kalkulations- und Zukunftsmodell für Gastronomie-Formate im Lebensmitteleinzelhandel.

Die neue EHI-Studie „Formate in der Handelsgastronomie 2021“ liefert ein Kalkulations- und Zukunftsmodell für Gastronomie-Formate im Lebensmitteleinzelhandel.

In der Studie werden sieben unterschiedliche Formate der Handelsgastronomie, beispielsweise Café, Imbiss oder heiße Theke definiert und unter Berücksichtigung zahlreicher Details kalkuliert: Die Musterkalkulation liefert für die Gastronomie relevante Kennzahlen wie Umsatz, Absatz, Wareneinsatz, Gästefrequenz, Personalkosten, Miete, Energieverbrauch und Abschreibungen inkl. Deckungsbeiträgen.

Für die Optimierung der Formate werden verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten gezeigt: der flexible Einsatz des Verkaufspersonals, die Anpassung der „Öffnungszeiten“ für die Formate, die Digitalisierung der Prozesse, die Anpassungen beim Wareneinsatz oder der Einsatz rohertragsstarker Produkte.

Veränderte Rahmenbedingungen

In Zukunft ist mit neuen, aber auch mit weiteren Herausforderungen für die Handelsgastronomie zu rechnen: Der Personal- und Fachkräftemangel spitzt sich immer weiter zu und veränderte Konsumgewohnheiten erfordern neue Konzepte. So liegt das Augenmerk der Verbraucher:innen vermehrt auf Nachhaltigkeit, Verpackungsmüllvermeidung, Qualität oder Regionalität.

Auch die Wettbewerbssituation verstärkt sich, weil neue Vertriebswege zunehmend genutzt werden, um sich mit gastronomischen Angeboten zu versorgen. Allerdings profitiert der Lebensmitteleinzelhandel auch von einigen wesentlichen Vorteilen gegenüber der klassischen Gastronomie: Neben guter Erreichbarkeit und vorhandener Frequenz sind viele für die Gastronomie benötigte Rohstoffe im Markt zu zentralen Einkaufskonditionen verfügbar. Abschriften lassen sich durch den Einsatz von drohenden Restanten in der Gastronomie reduzieren, wodurch Foodwaste verringert und Nachhaltigkeit gefördert wird.

Grafik Umsatz Handelsgastronomie 2020

Definition Handelsgastronomie:

Handelsgastronomie ist das kontinuierliche Angebot von gastronomischer Leistung sowie von Getränken und verzehrfertig zubereiteten Speisen, die im direkten oder konzeptionellen Zusammenhang mit Handelsaktivitäten stehen.

Publikationen zum Thema Handelsgastronomie

Unsere Publikationen

Alle Studien und Whitepaper des EHI zum Thema „Handelsgastronomie“
finden Sie unter unseren Publikationen und in unserer EHI-Website.

EHI Handelsgastronomie Kongress 2022

Am 21. und 22. September 2022 wird der nächste Handelsgastronomie Kongress in Frankfurt statt finden. 2021 fand der EHI Handelsgastronomie Kongress live und vor Ort in Düsseldorf statt. Hochkarätige Referentinnen und Referenten diskutierten mit Händlern, Marken- und Industrievertreter/-innen über Best-Practice-Beispiele, Strategien, Trends, Personal- und Digitalisierungsthemen sowie über aktuelle EHI-Forschungsergebnisse der Handelsgastronomie in Deutschland.

Gastronomie Kongress