Status Quo Handelsgastronomie

Handel und Gastronomie lassen sich längst nicht mehr eindeutig voneinander trennen. Neben den Produktangeboten im Lebensmittelhandel für die Zubereitung zu Hause und den Restaurants mit ihren gastronomischen Angeboten vor Ort gibt es die Handelsgastronomie, die sich bundesweit mit rund 10 Mrd. Euro jährlichem Bruttoumsatz an über 35.000 Verkaufsstellen etabliert hat und ständig weiterentwickelt. Aufgrund des Zusammenwachsens von Gastronomie und Handel lassen sich mittlerweile in fast allen Segmenten Retail-Gastro-Hybride finden, die sich kontinuierlich weiterentwickeln. Rund 37,4 Mio. Personen in Deutschland kaufen für sich persönlich im Jahresverlauf frische, verzehrfertig zubereitete Speisen im Handel bzw. in der Handelsgastronomie.

Zahlreiche Faktoren bedingen, wie häufig außer Haus konsumiert wird, allen voran Zeit, Wetter und finanzielle Aspekte. Für Alleinlebende spielt Außer-Haus-Konsum auch als „soziales Lagerfeuer“ eine wichtige Rolle.

Während von der jüngeren zur mittleren Altersgruppe vor allem funktionale Aspekte zu häufigerem Verzehr außer Haus führen, wandelt sich dessen Bedeutung in der älteren Bevölkerungsgruppe hin zu bewussterem Genießen statt schnellen Hungerstillens unter Zeitdruck.

Informationen zu gastronomischen Angeboten werden zu 65 Prozent durch Empfehlungen von Freunden, Kollegen und der Familie bekannt. Werden in diesen Kreisen gute Erfahrungen mit einem gastronomischen Angebot gemacht, werden idealerweise Empfehlungen ausgesprochen. Printwerbung über beispielsweise Flyer, Werbebeilagen, Handzettel oder Zeitungen und Zeitschriften steht an zweiter Stelle.

Die wichtigsten Kaufkriterien für frische, verzehrfertig zubereitete Speisen sind Sauberkeit und Hygiene, Qualität und Frische inklusive einer frischen Zubereitung der Speisen sowie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Je älter die Kunden sind, desto wichtiger werden die Begleitumstände des Aufenthalts wie Klimatisierung, Lautstärke und Bedienung vor Ort.


Die Rolle der Handelsgastronomie besteht für den Konsumenten hauptsächlich darin, ihm für seine Bequemlichkeit und Zeitersparnis eine (weitere) Alternative zum Essen bzw. Verzehr anzubieten, die er praktisch mit anderen Erledigungen verbinden kann. Dabei passt die Handelsgastronomie mit einer großen Auswahl und der sofortigen Verfügbarkeit ideal zu den Bedürfnissen der Zielgruppen und zum Zeitgeist.

Sowohl an Werktagen als auch am Wochenende findet der Kauf frischer, verzehrfertig zubereiteter Speisen im Handel vor allem zur Mittagszeit statt. Die klassische Gastronomie wird dagegen überdurchschnittlich oft abends besucht. Wenn die Konsumenten frische, verzehrfertig zubereitete Speisen im Handel bzw. der Handelsgastronomie kaufen, geben Sie dafür durchschnittlich ca. 22 Euro im Monat aus. Den Einkauf der Speisen verbinden rund 50 Prozent von ihnen regelmäßig mit einem weiteren Einkauf im Handel.

Die persönlichen Präferenzen der Konsumenten in Bezug auf das Speisenangebot (des Handels) sind eher einfach gehalten und spiegeln die Anlässe wider, bei denen der Handel/die Handelsgastronomie im Fokus steht – nämlich Anlässe, bei denen man unterwegs ist bzw. bei denen es schnell gehen muss. Im Fokus stehen Speisen, die man vorwiegend auch im Stehen essen kann und die in der Regel relativ günstig sind (wie z.B. Brötchen, Sandwiches, Wraps, Döner oder Bratwürste).

Weitere Infos

Alle Studien und Whitepaper des EHI zum Thema "Handelsgastronomie" finden Sie hier: www.ehi-shop.de/de/handelsgastronomie